Massagezelt 2.15

Meine Herren! Und damen! Watt bin ich froh, datt ich ´nen Stall und ´ne Scheune nutzen kann!

 

Nach dem letzten Mittelaltermarkt dachte ich mir: "Lektion gelernt. Der nächste Stand wird stabiler." Und so ersann ich mir, dass unser Freund Georg mir ein paar stabile Verbindungsstücke aus Metall schweißt,. Solche, wie sie in graziler Form auch für jeden Billig-Pavillon genutzt werden.

 

Unpraktisch nur, dass ich die Rechnung nicht mit dem Anspruchsdenken des Kunstschmieds kalkuliert hab. Als ich nämlich am Freitag bei ihm nach Ankündigung aufschlug sagte er nur: „ Solche Dinger aus Rohr kann jeder. Aber wie sieht das denn aus? Soll doch epochal passen, oder?“ Als ich den Einwand gelten ließ, erfuhr ich, was er sich denkt und erkannte: „Ja, juht, datt wir da drübber jesprochen han.“ Allerdings fand Georg, als geübter Jung vom Bauernhof und versierter Handwerker,  auch eine Lösung…

  

 …eine, die ich am Wochenende mit viel Stirnrunzeln und der entsprechenden Anspannung umsetzte. Watt so´ne Herausforderung war, f´rn ollen Leybkneter wie mich. Ich schätze, Georg hätt datt Ding in zwei drei Stunden fertig jehabt. Ich aber brauchte das ganze WE dafür. Und watt hab ich den Rücken verspannt!

 

Na, jedenfalls konnt ich heute zu ihm fahren und ihm sowohl dabei zusehen, wie ein Schmied aus allem Möglichen Heringe zu machen in der Lage ist, als auch dabei mit anfassen, die unterschiedlichsten Heringe zu fertigen. – Wußtest du, dass es mehr als 10.000 unterschiedliche Metallarten gibt? Ich jedenfalls hatte davon keinen blassen Dunst! Aber nu´ hab ich ein paar Heringe dabei, die ich durch den Asphalt kloppen könnte.

 

Allerdings frug ich mich immer wieder: „Brauchst du das alles? Is datt nich in bisken völle? Hast du auch nur einen zeltähnlichen Stand gesehen, bei dem eine Bodenkonstruktion vorhanden war?“  Naja. Ich wollt in jedem Fall einen stabilen Stand haben. Also Unterkonstruktion. Will heißen Holzrahmen. Und da die Kohle grad knapp ist, aus gebrauchten Dachlatten. Ja, ich weiß, is weniger stabil als Kanthölzer und garantiert weniger authentisch als Eichenäste. Und Mirjam sagte noch: "Nimm so wenig wie möglich mit." Warum sagt sie das? Weil ich nicht mit dem Auto bis zum Standort fahren kann, sondern die Sachen dorthin zu tragen habe. "Et jit kehn jröhter Leid, als datt, watt sich der Mensch selvs andeiht." sagten meine Großeltern früher das eine oder andere mal. Grmbl...

  

Und nochmal „ja…“ Winkel und Spaxschrauben hat es im Mittelalter noch nicht gegeben. Aber die sind ja hinterher versteckt. Und die nächste Version des Standes hat dann auch eine verdübelte Balkenkonstruktion. Es sei denn, dass es hier ähnlich ist, wie mit den Provisorien Zuhause. Angedacht ist, sie schnellstmöglich gegen fachlich Einwandfreies zu ersetzen. Doch irgendwie…

 

Na, jedenfalls hab ich wohl die stilechtesten Heringe, die ich bisher auf Mittelaltermärkten gesehen habe.

 

Und nebenbei wurde dann noch das große Schild generalüberholt, der leichteren Lesbarkeit halber, bzw. auch ein neues Schild gefertigt.

 

Donnerstag ist ab 10.00h Aufbau. Watt hab ich noch bis dahin zu tun?

Die Dübel für die zwei Wickis sind noch zu schnitzen und ein paar Heringe gerade zu biegen. Nee, nicht die von Georg. Die, welche ich zu den Wickis dazu bekommen habe und die nix taugen, da sie recht unprofessionell gemacht wurden (Wenn ich einen Hering baue, baue ich ihn so, dass der Punkt, auf dem ich mit dem Hammer haue senkrecht über dem einzuschlagenden Teil des Herings steht. Eine Rundung ist so ziemlich das Abstrakteste was ich an Heringen gesehen habe. Die lädt ausschließlich zum krumm schlagen ein. Vorausgesetzt der Boden ist hart genug…)

 

Ach ja. Nach Melle, Geflügelfutter kaufen und wenn es klappen soll, noch einen Standinfrasrotstrahler für das Massagezelt. In Holzminden hab ich noch zum Schneider zu fahren, um zu klären, ob er mir die Vorhänge für den Stand noch rechtzeitig fertig machen kann. – Wie hilfreich, dass ich mitunter ein grenzenloser Optimist sein kann! – Dann ist noch Seil zu kaufen und Abspannhölzer sind zu fertigen. Windlichter brauch ich noch einige mehr, da für die Fackeln am letzten WE all unsere Wachsreste drauf gegangen sind. Rundholz ist zu kaufen, um die Vorhänge daran aufhängen und beschweren zu können, damit der Wind sie nicht hin und her weht.

 

Dann ist da noch der Garten, da sind noch die Tiere, die Veterinärärztin hat sich angekündigt, Kinder und Frau wollen mich und ich sie auch erleben, die Hofsuche, und, und, und...

 

Namasté

Brahswa.

 

 

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